Hallo Atalantia,
Atalantia schrieb:
... nur die GUI ist anders.
das ist so nicht ganz richtig.
Die meisten Benutzeroberflächen für Linux (z.B. GNOME, KDE Plasma, XFCE, LXDE, Mate, ...) lassen sich (mit mehr oder weniger Aufwand) auf den meisten Linux-Distributionen einsetzen.
Allerdings kommt es vor, dass Distributionen eine oder mehrere bevorzugte Benutzeroberfläche

haben, die sie dann ggf. auch speziell anpassen und/oder um eigene Applikationen erweitern.
Atalantia schrieb:
... Also sind die Unterschiede im wesentlichen nur wie das OS verwaltet wird.
Also ich sehe da schon noch ein paar weitere Merkmale, in denen sich Distributionen unterscheiden:
- Entwicklerbasis
Es gibt Distributionen, die ausschließlich von Freiwilligen gepflegt werden und solche, die auch von einem kommerziellen Unternehmen mit gepflegt werden.
- Support
Umfang, Verfügbarkeit und Aktualität von Wikis, Foren, Maillinglisten, etc., kann sich von Distribution zu Distribution erheblich unterscheiden.
- Software-Aktualität
Es gibt Distributionen, die möglichst aktuelle Versionen (von Anwendungen) anbieten und solche, die eher auf erprobte (ältere) Versionen setzen.
- Release-Zyklen
Manche Distributionen aktualisieren ihre Software in festen Abständen (z.B. ein Jahr) und bieten innerhalb dieses Zeitraums "nur" Sicherheitsaktualisierungen an. Andere bieten (meist zusätzlich) noch sogenannte Langzeit-Releases an, die für einen längeren Zeitraum (z.B. drei Jahre) mit Sicherheitsaktualisierungen versorgt werden. Und dann gibt es noch sogenannte "Rolling Releases" bei denen innerhalb kürzester Zeitabstände ein neuer Release mit meist sehr aktueller Software bereitgestellt wird.
- OS-Verwaltung
Manche Distributionen stellen Software nur als Quellcode zur Verfügung, andere als sogenannte Software-Pakete. Manche Distributionen bieten spezielle Werkzeuge zur Verwaltung von Software-Paketen und/oder für die Systemkonfiguration an.
- Inhaltliche Ausrichtung
Es gibt Distributionen, die ihre Standard-Softwarezusammenstellung auf bestimmte Einsatzzwecke ausgerichtet haben (z.B. Security, Multimedia, Lernen, ...).
Und dann wäre da noch der "Glaubenskrieg" um
systemd, aber dazu will ich nichts sagen.
Diese Merkmale haben alle zum Teil erhebliche Auswirkungen darauf, wie und wofür eine Distribution besonders geeignet ist.
Das allerwichtigste Kriterium bei der Auswahl einer Distribution ist jedoch, dass sie für die persönliche Arbeitsweise geeignet ist. Daher schließe auch ich mich dem bereits mehrfach erwähnten Vorschlag an:
Teste anhand von LIVE-Systemen aus, was am besten zu Dir passt.
Viele Grüße
susejunky