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Dateisystemperformance bei Linux-Windows-Systemen

Alles rund um die Systemverwaltung, die Administration und Konfiguration Eures Linuxsystems

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HerrKaffeetrinken
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Dateisystemperformance bei Linux-Windows-Systemen

Beitrag von HerrKaffeetrinken » 18. Dez 2007, 01:18

Ich bin ja nicht der einzige Linuxbenutzer hier, der zusätzlich noch Windows installiert und / oder weitere NTFS-Partitionen hat.
Bis jetzt habe ich einfach auf die Laufwerke geschrieben wie ich lustig war. Doch öfter auftretende Inkonsistenzen und verwaiste Dateien (laut Chkdsk) ließen mich nachdenklich werden.
Heute hab ich mir den Spaß gemacht und das Schreiben/Lesen von NTFS und Ext3 unter Linux und Windows getestet:

Code: Alles auswählen

_Windows_
 - 1GB (1 Datei, Film)
	NTFS	->	NTFS	0:39
	Ext	->	Ext	0:59
	NTFS	->	Ext	0:29
	Ext	->	NTFS	0:25
 - 400 MB (330 Dateien, Fotos, Mov)
	NTFS	->	NTFS	0:29
	Ext	->	Ext	0:29
	NTFS	->	Ext	0:19
	Ext	->	NTFS	0:18

_Linux_
 - 1GB (1 Datei, Film)
	NTFS	->	NTFS	1:39
	Ext	->	Ext	0:58
	NTFS	->	Ext	0:34
	Ext	->	NTFS	1:11
 - 400 MB (330 Dateien, Fotos, Mov)
	NTFS	->	NTFS	0:55
	Ext	->	Ext	0:25
	NTFS	->	Ext	0:25
	Ext	->	NTFS	0:35
Bei gleichem Dateisystem hab ich den Ordner / die Datei einfach dupliziert. Bei diesen Geringen Mengen an Daten kann natürlich keine eindeutige Aussage zu den Geschwindigkeiten gemacht werden.

Bei allem, was mit NTFS zu tun hat, scheint Linux ja langsamer zu sein, deshalb werde ich versuchsweise eine große Ext3-Partition einrichten und mit dem "Ext2 IFS For Windows"-Treiber darauf zugreifen.

Freue mich über alle Kommentare und falls jemand Zeit und Lust hat, das ganze nochmal mit größeren Datenmengen durchzutesten wär das klasse.

Noch meine PC-Konfiguration:
AMD Athlon XP 2000+
768 Ram
Seagate 500GB (NTFS)
Hitachi 120GB(Ext3)

Gruß,
Dorian

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Ganymed
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Beitrag von Ganymed » 18. Dez 2007, 08:34

Hi,
schöne Anregung mal seinem Rechenknecht auf den Zahn zu fühlen.
Doch meine Ergebnisse sind mehr als ernüchternd.


Ich habe mal ein 2,5 GB Video von einer Platte auf die andere (ext3/ext3) in 46 sec kopiert. Das sollten bei SATA eigentlich knapp 150 MB möglich sein.

Was mir nicht reicht ist, dass ich für diese Datei von einem Rechner auf den anderen, übers Netz 7 minuten 6MB/s brauche, bei fast identischer Hardware (board-cpu-ram) siehe Sig. Woran das liegt weiss nur der Geier. Theoretisch müssten da etwa 12 MB im 100Mbit-LAN oder 120MB im Gbit-LAN übertragen werden können.

Hat einer evtl einen Tip so etwas vernünftig einzu richten.

Ob linux jetzt etwas langsamer ist, ist mir völlig schnuppe - wichtig ist mir die Zuverlassigkeit, dass es nach langem Gebrauch wie gewohnt funktioniert.

Gruß Ganymed
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HerrKaffeetrinken
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Beitrag von HerrKaffeetrinken » 18. Dez 2007, 15:33

Habe das ganze nochmal mit 8GB Daten wiederholt und nur Partitionen auf EINER Festplatte verwendet:

Code: Alles auswählen

_Windows_
	NTFS	>	NTFS	7:04 (19,3MB/s)
	EXT	>	EXT	6:40 (20,4MB/s)
_Linux_
	EXT	>	EXT	6:44 (20,3MB/s)
Also schneidet Ext/Linux doch nicht so schlecht ab...

Spasswolf
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Beitrag von Spasswolf » 18. Dez 2007, 17:09

Ganymed hat geschrieben: Das sollten bei SATA eigentlich knapp 150 MB möglich sein.
Der Flaschenhals ist nicht das Interface sondern die Lesegeschwindigkeit der Festplatte.

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Beitrag von onkelchentobi » 18. Dez 2007, 17:25

Vl. kann unter Linux mit "hdparm" noch etwas Speed rauß geholt werden.
GNU/Debian Linux - Testing 32 Bit / Kernel 2.6.30.2 Vanilla / Ion3 - 20090110 / i2p

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Beitrag von Ganymed » 19. Dez 2007, 05:16

Hi Spasswolf,
wenn SATA II-Platten mit 300MB/s beworben werden, sollten sie am SATA-SIL Controler (SATA I) auf meinem Board siehe Sig doch etwas mehr als etwa 60 MB/s von einer Platte auf die Andere bringen. Dass Schreiben etwas länger dauert weiss ich aus eigener Erfahrung :).

Die Platten sind aber schon so alt, dass ich bei Samsung keine Geschwindigkeitsdaten mehr finde.

Gruß Ganymed
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pft
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Beitrag von pft » 19. Dez 2007, 09:50

300 MB/s sind derzeit illusorisch. Evtl. bei solid state aber nicht bei "richtigen" Platten. Die neuesten und schnellsten kommen gerade mal über 100 MB/s. (Ausser evtl. sündhaft teuere Server Platten: "10k/15k"
Bei etwas älteren sind 60 MB/s wohl ok. Man hat ja i.d.R. nicht den Idealzustand das ganze in einem geraden Rutsch lesen/schreiben zu können sondern kämpft mit Fragmentierung.

Bei Aktivitäten auf einer Platte (Partition uzu Partition) würde ich jegliche Messung und OS vergleich in Frage stellen. Hier mißt man nur noch Mist und eine gute Performance sollte man hier sowieso nicht erwarten. Lieber mal über eine geeignete Aufteilung der Partitionen auf zwei Platten nachdenken.

Die 7 MB/s-Grenze über 100MB-Lan habe ich auch und wundere mich genauso.
Wäre interessant herauszufinden woran es liegt bzw. ob wirklich nicht mehr geht.
Protokolloverheads sollten eigentlich nicht so stark zuschlagen.
Übertragungsfehler und Übertragungsmodi (Voll-halb-duplex etc) kommen eher in Frage.
Können hier systeminterne Engpässe (PCI etc. / LAN gegen HD-controller gegen sonstwas) ein Rolle spielen? Gibt es dann Designmerkmale von "guten" Boards die das verbessern?
Sagt der Porsche bei 250 km/h zu seinem Fahrer: "Ich kann noch mehr - Du auch?"
... Ich hab zwar keinen Porsche aber dafür Linux

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Beitrag von Ganymed » 19. Dez 2007, 10:50

Hi pft.
nach meinen letzten Informationen ist für die Platten der Durchsatz des platteninternen Cache der limitierende Faktor. Sodass bei Sata I eine Übertragungsrate von allenfalls 75 MB/s möglich sind.

Vergleichsmessungen wie von MS nach Linux und umgekehrt halte ich wie Du für gelogen. Daher auch meine Betrachtungen von zwei nahezu identischen Boards und Übertragungen von einer ext3-Platte zu einer anderen ext3-Platte und nicht quasi gleichzeitiges Lesen und Schreiben auf einer Platte.

Deine Erfahrung im 100 Mbit-Netz kann ich jetzt auch beruhigt bestätigen.

Diese ganze "Tunerei" mit hdparm bringt nur marginale Verbesserungen.

Mann sollte halt nicht auf jeden Marketinggag hereinfallen.

Gruß Ganymed

Bedeutet der letzte Satz deiner Signatur soetwa:
Bei Windows bestimmt der Programmierer was der User kann,
aber bei Linux bestimmt der User was Linux kann?
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:)

pft
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Beitrag von pft » 19. Dez 2007, 12:47

Hi Ganimed,

das mit dem internen Cache wundert mich. Ich meine neulich im letzten ct' Test erste Platten gesehen zu haben die die über 100 MB/s schaffen.
Ich gebe zu dass ich keine Ahnung habe was Sata I / II über den Cache sagen.
Bedeutet der letzte Satz deiner Signatur soetwa:
Bei Windows bestimmt der Programmierer was der User kann,
aber bei Linux bestimmt der User was Linux kann?
Ich meine damit eher, dass Linux 'ne ganze Menge kann, wenn Du entsprechend damit umgehen kannst. Meist liegt es nicht an Linux wenn etwas nicht geht sondern am Nutzer. Zumindest gilt das für mich :D
Sagt der Porsche bei 250 km/h zu seinem Fahrer: "Ich kann noch mehr - Du auch?"
... Ich hab zwar keinen Porsche aber dafür Linux

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