[HOWTO] NTFS unter Fedora

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zero0109
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[HOWTO] NTFS unter Fedora

Beitrag von zero0109 » 26. Dez 2004, 19:14

Welches RPM Paket?
Es ist extrem wichtig die Version des NTFS Kernel Moduls zu installieren, die der des installierten Kernels entspricht. Im Folgenden wird eine simple Methode vorgestellt, die es ermöglicht, die installierte Version zu ermitteln.

Am besten verwendet ihr dazu das whichrpm Script. Ladet die Sache am besten in euer Homeverzeichniss und führt dann folgendes auf der Konsole aus:

Code: Alles auswählen

chmod a+x whichrpm
./whichrpm
Nachdem ihr das getan habt, besorgt ihr euch das jeweilige RPM für Fedora Core 3 oder Fedora Core 2 (Ihr findet auf dieser Seite auch RPMS für Fedora Core 1 und die meisten RedHat Produkte)

Die Installation
Um die Installation durchführen zu können müsst ihr zum User root wechseln, indem ihr folgendes auf der Konsole eingebt: Daraufhin werdet ihr nach dem Passwort gefragt, und landet schließlich wieder auf der Konsole.
Nun wollen wir die Sache installieren (wobei wir einfach einmal davon ausgehen, dass euer RPM "kernel-module-ntfs-2.6.9-1.681_FC3-2.1.20-0.rr.3.3.i686.rpm" heißt;
ihr müsst hierfür natürlich etwas anderes einsetzen)
Gebt also Folgendes auf der Konsole ein:

Code: Alles auswählen

rpm -ihv kernel-module-ntfs-2.6.9-1.681_FC3-2.1.20-0.rr.3.3.i686.rpm
Woraufhin der Paketmanager die Installation durchführen sollte.
Jetzt könnt ihr versuchen das neu installierte Modul zu laden:

Code: Alles auswählen

/sbin/modprobe ntfs
Nun empfiehlt es sich, kurz zu testen, ob das Modul wirklich geladen wurde:

Code: Alles auswählen

dmesg | grep NTFS
Die Ausgabe sollte ungefähr so lauten:
NTFS driver 2.1.20 [Flags: R/O MODULE].
Mit einem

Code: Alles auswählen

cat /proc/filesystems | grep ntfs
könnt ihr nun noch auf Nummer sicher gehen, dass euer System tatsächlich NTFS unterstützt (die Ausgabe sollte "ntfs" lauten)

Das Mounten
Falls euch dies noch nicht bekannt ist, müsst ihr nun herrausfinden, auf welcher Partition oder Festplatte sich euer NTFS-Dateisystem befindet, sowie einen Mountpoint dafür anlegen.
Als erstes führt ihr hierfür auf der Konsole aus:

Code: Alles auswählen

/sbin/fdisk -l
Was beispielsweiße folgende Ausgabe haben könnte:

Code: Alles auswählen

Disk /dev/hde: 160.0 GB, 160041885696 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 19457 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes

   Device Boot      Start         End      Blocks   Id  System
/dev/hde1   *           1        2058    16530853+   7  HPFS/NTFS
/dev/hde2            2059       19457   139757467+   f  W95 Ext'd (LBA)
/dev/hde5            2059       13007    87947811    7  HPFS/NTFS
/dev/hde6           16195       17479    10321731   83  Linux
/dev/hde7           17481       17544      514048+  82  Linux swap
/dev/hde8           17545       19457    15366141    7  HPFS/NTFS
/dev/hde9   *       13008       16194    25599546   83  Linux

Partition table entries are not in disk order
Hierraus erkennen wir, dass zum Beispiel die Partition /dev/hde1 (bei euch wahrscheinlich eher hda1) eine NTFS-Partition ist.
Um diese zu mounten legen wir als erstes einen Mountoint (zb. /mnt/windows) an:

Code: Alles auswählen

mkdir /mnt/windows
Nun könnt ihr das Ganze mit

Code: Alles auswählen

mount /dev/hde1 /mnt/windows -t ntfs -r -o umask=0222
in unser vorhin angelegtes Verzeichnis einbinden.
Nun könnt ihr euch noch davon überzeugen, dass die Sache auch geklappt hat:

Code: Alles auswählen

ls -l /mnt/windows
Die Ausgabe sollte den Inhalt eueres Dateisystems darstellen.

So das wäre es eigentlich gewesen. Es bietet sich höchstens noch an, die Sache mit in die fstab aufzunehmen, sodass auch der normale User die Möglichkeit hat die Partition zu mounten.
Solltet ihr in diesem Tutorial Fehler entdecken (sowohl technische als auch sprachliche) oder Fragen dazu haben, so postet dies einfach in diesen Thread oder schickt mir eine PN.

Bei diesem Tutorial handelt es sich übrigends um eine teilweise Übersetzung/Neuinterpretation des hier zu findenden Tutorials.
Zuletzt geändert von zero0109 am 27. Dez 2004, 09:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Greunke » 26. Dez 2004, 21:09

Es wäre vielleicht nicht schlecht zu erwähnen, wie man die NTFS-Partitionen bei jedem Systemstart automatisch einbinden kann.

Ich sag nur /etc/fstab

Code: Alles auswählen

/dev/hda1               /windows/C              ntfs    ro,umask=0222   0 0
/dev/hda5               /windows/D              ntfs    ro,umask=0222   0 0
/dev/hda6               /windows/E              ntfs    ro,umask=0222   0 0
/dev/hda7               /windows/F              ntfs    ro,umask=0222   0 0
Die meisten Linux-User wollen sicherlich dauerhauft auf ihre Windows-Partitionen zurückgreifen.
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Beitrag von andreas034 » 20. Jan 2005, 12:15

Wow, Super beschrieben, vielen Dank, es hat mir sehr weitergeholfen!

was mich jetzt noch Intressieren würde!
Muß ich diese Prozedur nach jedem Kernelupdate wieder durchführen?

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Beitrag von Greunke » 20. Jan 2005, 15:32

Ja, wenn du ein Kernel-Update machst, dann musst du die Prozedur mit dem entsprechenden RPM, welches zum Kernel passt, neu durchführen.
In diesem Sinne: Learning by Doing
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Beitrag von XxPsYxX » 4. Feb 2005, 12:14

kann ich es nur ro einhängen? =(

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Beitrag von admine » 4. Feb 2005, 12:24

@XxPsYxX

ohne captive-Treiber ... ja ;)
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Beitrag von XxPsYxX » 4. Feb 2005, 12:37

wo bekomm ich den? :)
und is es riskant?
also für die ntfs?

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Beitrag von admine » 4. Feb 2005, 13:02

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Beitrag von BindingX » 16. Mär 2005, 21:54

Was vielleicht jetzt noch zu erwähnen wäre, das ab XP SP2 der captive Treiber nicht mehr (richtig) funktioniert laut Klaus Knopper!
Er hat auf der diejährigen Cebit dies in seinem Vortrag erwähnt, und das die Entwickler von captive momentan nicht weiterentwickeln. Somit ist einwenig vorsicht angesagt...

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Beitrag von Dustman » 17. Mär 2005, 10:39

Hi, vielen Dank dafür, also die Partition wird angezeigt, unter root klappt auch alles, aber als User hab ich keine Rechte für den zugriff ;(

EDIT: Also nun klappt es mit einem etwas anderen Code, allerdings muss ich immer in den /mnt/sda1 ordner gehen manuell, leider kann ich darauf keine Verlinkung auf dem Desktop machen, hat einer eine Lösung für mich?

MFG Dustman

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Beitrag von linpet » 15. Apr 2005, 23:15

wenn ich die Partition mit

Code: Alles auswählen

mount -t ntfs /dev/hda4 /tmp
und ich darauf schreibe, dass sie dann eventuell kaputt gehen könnt?

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zero0109
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Beitrag von zero0109 » 16. Apr 2005, 13:46

Hast du schon mal versucht darauf zu schreiben? :wink:
Du dürftest damit nicht weit kommen, die Partition ist nämlich readonly gemountet.

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Beitrag von linpet » 16. Apr 2005, 16:16

okay ich habs ausprobiert :)
gibt es ein Tool für das Schreiben auf NTFS Platten, das nicht nur für experimentelle Zwecke geeignet ist?

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admine
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Beitrag von admine » 16. Apr 2005, 16:20

linpet hat geschrieben:okay ich habs ausprobiert :)
gibt es ein Tool für das Schreiben auf NTFS Platten, das nicht nur für experimentelle Zwecke geeignet ist?
Nein ... AFAIK noch nicht.
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Beitrag von wolfgang-362 » 19. Apr 2005, 19:28

linpet hat geschrieben:gibt es ein Tool für das Schreiben auf NTFS Platten, das nicht nur für experimentelle Zwecke geeignet ist?
Bei http://www.ntfs-linux.de für 70 EUR. Das Schreiben ist bestimmt um den Faktor 1000 schneller als mit dem captive-Treiber. Jedenfalls hat der mc Megabyte angezeigt, wo vorher Kilobyte pro Minute über das FW-Kabel liefen.

Lord_British
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Beitrag von Lord_British » 26. Jun 2006, 14:16

Spitzenbeschreibung, eine Anleitung zum Ausdrucken und an die Wand pinnen!
Win 2000, Suse 9.3, PC-BSD 1.11

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Beitrag von wolfgang-362 » 30. Jun 2006, 11:02

Lord_British hat geschrieben:Spitzenbeschreibung, eine Anleitung zum Ausdrucken und an die Wand pinnen!
Was willst Du denn mehr wissen, Lutsc.. ähm Lord?
Grüße,
wolfgang

monoMachine
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Beitrag von monoMachine » 11. Okt 2006, 22:17

Fragen zu der NTFS Thematik: Wie aktuell ist diese Information? Hat hier jemand aktualisierte Details? NTFS entwickelt sich ja auch weiter...

Ich habe etwas von einem kommenden Treiber aus der Mac (?) Entwicklung erfahren... Der scheint noch ein Jahr auf sich warten zu lassen...

Kann mir jemand sagen, wie man mit dem captive Treiber arbeitet? Geht das automatisch mit einem mount... ? Mit welchen Tools / Befehlen kann man Einstellungen daran vornehmen?

Wie riskant sind die diversen Wege denn nun wirklich? Ich kann mir nicht leisten, eine NTFS Partition damit zu schrotten...

Danke und MfG

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