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Ram als Swap nutzen?!

Alles rund um die Systemverwaltung, die Administration und Konfiguration Eures Linuxsystems

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Zurbel
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Ram als Swap nutzen?!

Beitrag von Zurbel » 4. Apr 2009, 18:55

Hallo Gemeinde...

Ich hätte heute mal wieder eine spezielle Frage:

Ist es möglich, RAM als Swap zu benutzen und wenn ja, wie?

Hintergrund: Ich besitze ein Acer Aspire One mit Solid State Disk - diese Disk ist natürlich über ständige Schreib/Lesevorgänge nicht so erfreut, daher wird in anderen Foren empfohlen, keine Swap einzurichten. Ohne Swap allerdings läuft die ganze Sache recht hakelig, so das ich daran dachte, die Swap auf einem Teil des RAM einzurichten (ich habe auf 1,5 GB aufgerüstet).
Ist der Gedanke überhaupt sinnvoll oder gibt es andere Lösungen, die fehlende Swap zu kompensieren?

Fragen über Fragen...

Gruß, Zurbel

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nbkr
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Re: Ram als Swap nutzen?!

Beitrag von nbkr » 4. Apr 2009, 19:03

Swappartitionen sind eigentlich dafür gedacht Daten aus dem RAM auszulagern wenn dort kein Platz mehr übrig ist. Wenn Du jetzt also Ram in Swap verwandelst, schießt Du dir irgendwie selbst ins Knie.
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Re: Ram als Swap nutzen?!

Beitrag von Ganymed » 4. Apr 2009, 19:43

Ich meine mal etwas in der Art gelesen zu haben, dass die SSDs eine Speicherverwaltung mitbringen, die einen annähernd gleichen Schreibzugriff auf den gesamten Speicher bewirken.
Außerdem verzichtest Du dann auf ein paar Features die Deine Daten bei Akkuschwäche sichern.
"Kein Swap" mag die Susie nicht so gern, gib ihr so etwa 300 MB. Siehe hin und wieder in die Systemüberwachung nach dem Swap"verbrauch".

Gruß Ganymed
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Re: Ram als Swap nutzen?!

Beitrag von josef-wien » 4. Apr 2009, 22:19

Ganymed hat geschrieben:Ich meine mal etwas in der Art gelesen zu haben, dass die SSDs eine Speicherverwaltung mitbringen, die einen annähernd gleichen Schreibzugriff auf den gesamten Speicher bewirken.
Falls das nicht stimmt, hast Du Dir das falsche Speichermedium ausgesucht.

Ab 1 Gigabyte Hauptspeicher beträgt der freie Auslagerungsspeicher im Normalfall 100 Prozent, d. h. es erfolgt so gut wie kein "swap". Der Auslagerungsspeicher sollte also kein Problem darstellen. Wenn Du ihn nicht in ungefährer Hauptspeichergröße einrichtest, verzichtest Du auf "suspend to disk".
Zurbel hat geschrieben:diese Disk ist natürlich über ständige Schreib/Lesevorgänge nicht so erfreut
Dann darfst Du aber z. B. nicht ins Internet. Was glaubst Du wohl, was da alles zusammenkommt und auf der Festplatte gespeichert und gelesen wird? Und die diversen LOG-Aktivitäten von Linux sind in Summe auch nicht zu verachten.

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Re: Ram als Swap nutzen?!

Beitrag von Spielwurm » 5. Apr 2009, 23:54

Zum Thema "Solid State Disk ist über ständige Schreibzugriffe nicht erfreut". Ich habe seit über einem Jahr einen kleinen Server hier 24/7 laufen, dessen Betriebsystem auf einem USB-Stick liegt. Auf den wird alle 5 Sekunden zugegriffen. Der Server läuft astrein, der Stick hat immer noch den selben Speicherplatz.

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Re: Ram als Swap nutzen?!

Beitrag von pft » 6. Apr 2009, 00:14

Ja das mit den ungeliebten Schreibzugriffen stimmt wohl, hab ich auch schon öfter gelesen.
In der Praxis sind die Auswirkungen aber erstmal nicht zu merken, da die Dinger i.d.R. in der Firmware dafür sorgen, dass die Schreibzugriffe nicht immer dieselben Speicherzellen treffen.
Das heißt aber vermutlich nur, dass sich kein langsamer Verlust einzelner Speicherzellen ergibt, sondern ein plötzlicher und massiver :-(

Ich würde mir das mit den Log und einigem anderen in /var nochmal überlegen. Ich meine aber auch mal gelesen zu haben, dass man die Schreibfrequenz auf die logs reduzieren kann - da müßte man mal genau nachnrechnen - ham' ja reichlich Speicherzellen mittlerweile die Dinger und so ganz klein ist die Anzahl der Schreibzyklen die sie abkönnen ja auch nicht. Gibt wie immer solche und solche. Ich hab aber noch nie 'ne Spec dazu gesehen.
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Re: Ram als Swap nutzen?!

Beitrag von nbkr » 6. Apr 2009, 06:29

Man kann für die Logs eine Ramdisk anlegen. Dann werden die Logs nicht auf die Platte geschrieben und die SSD damit nicht belastet. Allerdings sind die Logs dann nach einen Reboot natürlich auch leer, was das Troubleshooting schwieriger macht.
Kann gar nicht sein, ich bin gefürchtet Wald aus, Wald ein.

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Re: Ram als Swap nutzen?!

Beitrag von josef-wien » 6. Apr 2009, 19:09

nbkr hat geschrieben:Allerdings sind die Logs dann nach einen Reboot natürlich auch leer, was das Troubleshooting schwieriger macht.
Dagegen kann man in der boot.local die Dateien von der Platte auf die RAM-Disk und in der halt.local wieder zurück kopieren.

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Re: Ram als Swap nutzen?!

Beitrag von robi » 6. Apr 2009, 20:43

"Solid State Disk" von den Dingern gibt es ja mittlerweile ne ganze Menge recht unterschiedliche Konzepte mit ebenso unterschiedlichen Eigenschaften. Sind sogar schon welche in großen Raidbüchsen anstatt von normalen Festplatten verbaut, und ehrlich gesagt sauschnell.

Hab mal ne zeitlang Compactflash-Karten in plattenlosen Rechner verbaut. Ähnliche Probleme. Meine Lösungsansätze.

Entweder kleine Systeme die beim laden komplett von "Platte" in eine Ramdisk geladen werden und dann dort arbeiten.

Oder, wenn die Systeme größer waren, Soviel wie möglich readonly (/usr /opt); alles was temporäre Dateien verarbeitet (/tmp /var/tmp usw) zusammenfassen auf eine Ramdisk; der Rest was noch beschreibbar bleiben soll oder muss, einfache Filesysteme mit kleine Blockgrößen und ohne Schnick-Schanck, in den Mountoptionen noatime und nodiratime, insgesammt schlanke Programme und einfachste Konfigurationen über möglichst wenig Konfigdateien, notfalls noch aus allen Binärdateien die Debuginformationen und sonstigen Ballast entfernen. Insgesamt, ne Menge Arbeit, fast wie eine eigene Distribution neu erstellen. Ergebnis: weder normal Updatebar noch für uneigeweihte wirklich administrierbar, so wie ich es angefangen habe nur für spezielle und fest definierte Aufgaben ausgelegt. Das gesammte Linux hatte dann schon fast den Status von Firmware.

robi

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Re: Ram als Swap nutzen?!

Beitrag von Zurbel » 10. Apr 2009, 14:39

Danke euch für die Meinungen und Lösungsansätze :)

Ganz so dumm, wie ich zuerst dachte, war meine Frage scheinbar doch nicht ;) (Irgendjemand muss ja auch die dummen Fragen stellen)

Ich habe also wie gesagt die Swap abgeschaltet und lasse SUSE ohne selbige arbeiten - was mir auffällt ist, das ich immer wieder sekundenlang (zwischen 5 und 25 Sekunden) nicht weiterarbeiten kann, da der Rechner scheinbar Schreib-/ Lesevorgänge durchführt und auch das hoffte ich durch die Einschaltung einer RAM Disk in den Griff zu bekommen...

...wenn jemand eine Idee hätte, was ich da evtl. noch falsch konfiguriert haben könnte oder ob es in dieser Konfiguration nicht anders machbar ist mit den Plattenzugriffen, wäre ich erfreut, dies hier zu lesen :)

Gruß, Zurbel

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