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Linux als Mediencenter

Alles rund um das Thema Multimedia unter Linux

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goeba
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Linux als Mediencenter

Beitrag von goeba » 10. Nov 2017, 13:21

Hallo,

nach Wiederbelebung eines älteren, aber noch leistungsfähigen Rechners würde ich diesen gerne als Mediencenter einsetzen.

Das heißt:

- schauen von Live-TV an diesem Rechner selbst
- Timeshift
- Timergesteuerte Aufnahmen (der Rechner sollte sich dafür selbst aus dem Standbymodus aufwecken)

- fakultativ: Bereitstellen der aufgenommenen Sendungen über das Heimnetz, das kann ich aber auch mit einer anderen Software machen
- fakultativ: Streamen von live TV (was hierbei tatsächlich manchmal gut wäre, wäre live tv mit Timeshift über's Heimnetz)

Ich bin "schwieriger Kunde", denn ich bin den DVB Viewer Pro gewöhnt. (Da ich selbst Software entwickle, weiß ich, dass es nichts schlimmeres gibt als Leute, die eine andere Software verwenden und dann immer wollen, dass es dann genauso geht wie bei dieser ... )

Wenn ich also schreibe "geht nicht" kann das durchaus auch heißen, dass ich es eben nicht gefunden habe.

Getestet habe ich:

- MythTV. Fand ich schwer einzurichten, das Interface reagiert für mich unintuitiv. Sehr unkomfortabel auch, dass man für einen Sendersuchlauf erst mal exakte Werte für einen Sender einstellen muss (obwohl dann am Ende doch alle Frequenzen abgesucht werden). Es wurden dann gefühlte 1000 Sender gefunden. Hier musste ich alle Sender, die ich nicht brauche, extrem unbequem per Hand rauslöschen (jeden einzeln, geht das auch anders?).
Die Performance des Frontends war dann für HD Fernsehen nicht ausreichend (Bild springt), obwohl ich mit anderer Software auf dem Rechner problemlos HD schauen kann (Videoausgabe war auf VDPAU, passend zur NVidia Grafikkarte, mit der Voreinstellung war es noch viel schlechter).
Sehr schick war allerdings der digitale Programmführer, wo man ja auch die Aufnahmen festlegt.

Im Frontend wurden dann nur die Sendernummern angezeigt, nicht die Logos (die ich extra heruntergeladen hatte) und der Sendername. Ich vermisse ferner eine Möglichkeit, Sender zum Auswählen anzuklicken (man kann die Nummer eingeben oder "durchzappen"). Beim DVB Viewer hat man eine Senderliste (diese kann man auch im Vollbildmodus beim Schauen einblenden), schwebt man hier über einem Sender, so wird die EPG Info der aktuell laufenden Sendung als Tooltip angezeigt, sehr praktisch.

Fazit: Schwer einzurichten, für Aufnahmen eventuell brauchbar, zum Schauen eher nicht. Man kann natürlich andere Frontends nehmen. Timergesteuerte Aufnahmen, auch zum Wecken aus dem Standby, sind wohl möglich, jedenfalls steht das in einem Howto (habe ich noch nicht getestet).

- Kaffeine

Fand ich viel leichter einzurichten. Einziger Fallstrick: Der Sendersuchlauf ist zunächst ausgegraut, weil man in einem anderen Menü erst mal den Satelliten auswählen muss. Naheliegender fände ich, den Satelliten direkt im Dialog für den Sendersuchlauf auswählen zu können.

Auch hier hat man dann 1000 Sender nach dem Suchlauf. Besser als bei MythTV kann man hier wenigstens nach dem Namen eines Senders suchen. Beim DVB Viewer werden aber die Sender automatisch nach Gruppen sortiert. Schön wäre es, wenn das hier auch so wäre (oder man sich evtl. von anderen Usern Gruppierungen herunterladen könnte), vielleicht geht das ja auch irgendwie.

Auch hier vermisse ich beim Schauen die Möglichkeit, andere Sender direkt anzuklicken und vorher per EPG zu prüfen, was da gerade läuft (vgl. oben). Sender anklicken geht hier zwar, dafür muss man aber aus dem Vollbild raus.

Zu Timergesteuerten Aufnahmen habe ich hier in der Doku nicht viel gefunden. Ich würde erwarten, dass man die Sendungen in einer EPG-Ansicht anklicken kann zum Aufnehmen (das ist, wie gesagt, bei MythTV gut gelöst).

Beim DVB Viewer mache ich das meist so: Ich schaue in einer Programmzeitschrift, was mich interessiert, gebe dann den Namen der Sendung bei der Suche im DVB Viewer ein, die Sendung wird (hoffentlich) im EPG gefunden, dann klicke ich nur noch auf Timer erstellen, fertig. Falls das EPG noch nicht da ist, wähle ich den Sender zunächst als Programm an, damit die EPG Daten übertragen werden können.

Man muss aber festhalten, dass Kaffeine um mal "eben schnell" unter Linux Fernzusehen wirklich super ist. Die Performance ist auch prima, da kann ich keinen Unterschied zu Windows feststellen, HD Sender laufen flüssig.

- VDR

Habe ich installiert und mal hoffnungsvoll "vdr" eingegeben. Da startet wohl nur ein Backend. Habe dann mit Xine versucht, darauf zuzugreifen, aber da fehlte mir wohl das passende Plugin. Gefundene Info zum vdr-plugin: Selbst kompilieren. Nicht, dass ich das nicht könnte, aber besonders komfortabel ist das nicht. Vielleicht habe ich auch nur das Backend nicht gefunden.
Ferner: Muss man wirklich erst mit einem Kommandozeilentool einen Sendersuchlauf machen? Eventuell könnte man ja die Senderliste von MythTV oder Kaffeine verwenden, da müsste ich nur auch suchen, wo die gespeichert wurden.

Mein Favorit unter Linux ist bisher Kaffeine. Wer von Euch verwendet Linux als Mediencenter, was habt Ihr für Erfahrungen?

Andreas

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Re: Linux als Mediencenter

Beitrag von soyo » 10. Nov 2017, 15:32

Hi
Kaffeine:
Drück mal im Vollbild die Taste G

Sendergruppen : Ich habs so gelöst , das ich vor jeden Sender die Frequenz geschrieben hab .
zB (ich Kabel) 338-Das Erste , 338-BR Süd usw..
Dann weiß ich immer wenn ich z.B. Das Erste aufnehme , das ich dann auf alle Anderen 338 umschalten kann , ohne die Aufnahme zu beenden , und auch gleichzeitig alle 338 er aufnehmen kann .
PS vorprogrammierte Aufnahmen nimmt kaffeine auch auf , wenn man nur den Startbildschirm sieht (Also dort wo du auswählen kannst was Du möchtest .
Einziger Fallstrick: Der Sendersuchlauf ist zunächst ausgegraut, weil man in einem anderen Menü erst mal den Satelliten auswählen muss.
Nein ist es nicht !! Gibt ja noch andere Empfangsarten als DVB-S

Statt VDR , hätte ich dir TVHEADEND empfohlen , damit kommen DVB VIEWER Leute eher klar .
Aber !!! TVHEADEND ist auch ein Server (wegen streaming) , und starten immer automatisch !!!
Willst Du zwischen durch mit Kaffeine mal was schauen , mußt Du TVHeadend richtig beenden .
Das geht nur über die Konsole/Terminal , ala: stop service tvheadend

MfG soyo

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Re: Linux als Mediencenter

Beitrag von goeba » 10. Nov 2017, 16:24

Wie machst Du denn Timeraufnahmen, gibt es da eine Möglichkeit, den PC automatisch zu "wecken"?

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Re: Linux als Mediencenter

Beitrag von soyo » 10. Nov 2017, 18:47

Hi
goeba hat geschrieben:
10. Nov 2017, 16:24
Wie machst Du denn Timeraufnahmen, gibt es da eine Möglichkeit, den PC automatisch zu "wecken"?
Mußt Du mal nach WAKEUP Skripten für OpenSuse schauen .

(Bei mir läuft Linux Mint Mate 18.1 , wegen 32Bit)

Ein Rechner läuft bei mir eh fast rund um die Uhr , irgendwer will immer mal dran .
Wenn ich was aufnehme gibts meistens mehreres zum Aufnehmen , da ist dann schon eher mal nen Shutdown Befehl (so um 4:00Uhr)
angesagt , damit der Rechner restlos abschaltet .
Ich hab 2 DVB-C Karten/Sticks und bis Mittwoch noch 4 DVB-T Sticks dran gehabt . Die T Sticks sind nun gegen einen T2 gewechselt worden.
Der "TV Rechner" ist übigens nen 999 MHZ , 512MB Ram , 250MB HDD :p

Meißt mach ich an solchen Nächten auch größere Downloads (z.B. Neue Linux Distris )

MfG soyo

abgdf
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Re: Linux als Mediencenter

Beitrag von abgdf » 10. Nov 2017, 18:59

goeba hat geschrieben:
10. Nov 2017, 13:21
Das heißt:

- schauen von Live-TV an diesem Rechner selbst
- Timeshift
- Timergesteuerte Aufnahmen (der Rechner sollte sich dafür selbst aus dem Standbymodus aufwecken)
Kauf' Dir 'nen DVD-Recorder.

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Re: Linux als Mediencenter

Beitrag von soyo » 10. Nov 2017, 19:38

Hi
abgdf hat geschrieben:
10. Nov 2017, 18:59
Kauf' Dir 'nen DVD-Recorder.
Nur mal so , da Du ja wohl einen hast .
Können Die auch gleichzeitig alle Sender die auf dem gleichen Transponder liegen aufnehmen ?
MfG soyo

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Re: Linux als Mediencenter

Beitrag von drcux » 10. Nov 2017, 23:16

abgdf hat geschrieben:
10. Nov 2017, 18:59
Kauf' Dir 'nen DVD-Recorder.
?

Dann lieber nen kleine Sat-Receiver mit Enigma2, kann alles und kostet "nur" knapp über 100 Euronen.

Die Spielerei mit einem PC als Recorder/LiveTV-Streamer ist zwar im ersten Moment verlockend, aber auf die Dauer ist ein Enigma-Receiver einfacher, sparsamer und für den Job besser geeignet...

MH1962
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Re: Linux als Mediencenter

Beitrag von MH1962 » 11. Nov 2017, 05:05

drcux hat geschrieben:
10. Nov 2017, 23:16
Die Spielerei mit einem PC als Recorder/LiveTV-Streamer ist zwar im ersten Moment verlockend, aber auf die Dauer ist ein Enigma-Receiver einfacher, sparsamer und für den Job besser geeignet...
... und streamen Richtung PC geht auch noch...

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Re: Linux als Mediencenter

Beitrag von soyo » 11. Nov 2017, 08:02

Hi
Ich dachte hier geht es um die Nutzung vorhandener Hardware .
Und nicht darum was man kaufen könnte .
Wenn ich z.b. mal nen Fax senden muß , kauf ich mir auch keinen Multifunktionsdrucker . Steck einfach mein altes analoges Modem an , und ab geht das Fax.

MfG soyo

MH1962
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Re: Linux als Mediencenter

Beitrag von MH1962 » 11. Nov 2017, 08:47

soyo hat geschrieben:
11. Nov 2017, 08:02
Wenn ich z.b. mal nen Fax senden muß , kauf ich mir auch keinen Multifunktionsdrucker . Steck einfach mein altes analoges Modem an , und ab geht das Fax.
Das kommt immer auf den Einzelfall an.

Faxe(n) muss ich selten machen, mach ich wenn mit dem Rechner (bzw. dem Internet-Router).

Fernsehen soll oft nebenbei laufen. Mach ich also mit extra Hardware, dann aber natürlich mit Netzwerk-Integration, damit ich auch mal was anderes am Rechner gucken kann als meine Frau am Fernseher (oder umgekehrt).

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Re: Linux als Mediencenter

Beitrag von goeba » 11. Nov 2017, 10:14

Es geht hier, in der Tat, um die Nutzung vorhandener Hardware.

Ich nutze einen digitalen Videorekorder schon seit vielen Jahren, und zwar vorwiegend zum Schauen auf dem Gerät selbst. Das bot sich an, da es sich um einen Musikraum mit einer hochwertigen Musikanlage und einem leistungsfähigen Computer handelt. Da musste man dann nur noch einen Beamer dazu anschaffen, und fertig war der "Medienraum".

Das Streamen in andere Räume nutze ich nur sehr selten. Eine Standalone Serverlösung würde also überhautpt nicht zu meinen bestehenden Geräten passen.

Ich werde die Nutzung dieses Rechners für Videoaufnahmen aber nicht weiterverfolgen, da noch weitere Hardwareprobleme offenbar wurden (siehe anderer Faden). Die große Zeit der digitalen Videorecorder ist auch ein wenig vorbei, die Möglichkeiten zum Streaming aus dem Netz werden ja immer besser.

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