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VPN sinnvoll bei Linux?

Alles rund um das Internet, Internet-Anwendungen (E-Mail, Surfen, Cloud usw.) und das Einrichten von Netzwerken einschl. VPN unter Linux

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cerberos
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VPN sinnvoll bei Linux?

Beitrag von cerberos » 6. Mär 2019, 21:32

Wollte fragen ob es sinnvoll ist (Aspekt Sicherheit, Online, surfen etc., Mailverkehr mit Thunderbird usw.), auch unter Linux (Tumbleweed o. Leap) ein VPN einzurichten. Wenn ja, gibt es Empfehlungen, oder auch Statements, wo man besser die Finger weg lässt?
Ich nutze Leap 15 sowie auch Tumbleweed, auf beiden habe ich HOXX VPN im Browser (Firefox) als App laufen, alles ohne Fehler und funktioniert auch mit 50tsd. DSL recht schnell, wenig Einbußen.
Nun habe ich heute, Test-weise, mir Windscribe VPN im Firefox installiert, und dies dann ausprobiert; irgend etwas stört mich da an dieser Firefox-App (AddOn Windscribe für Firefox). Also habe ich mir die rpm (Direkt-Downloadlink, rpm wird heruntergeladen!) von der Windscribe-Seite geladen und die installiert.
Das finde ich nun für meine Zwecke und Anforderungen perfekt; habe über die Konsole installiert (zypper in) und dort auch VPN aktiviert.

Was mich nun interessiert, das sind eventuelle Risiken bei VPN-Anbietern, vor HOXX wurde ich gewarnt (Datenklau/Krake), wie auch immer. Ich möchte keine Grundsatzdiskussionen über Sicherheit im Netz, aber Meinungen und Erfahrungen von anderen Nutzern interessieren mich schon sehr :)
Derzeit läuft Windscribe und ich bemerke im Grunde keinen Unterschied beim chatten zu ohne VPN. Während es im Firefox, oder auch im Chromium, immer aktiviert werden muss, finde ich die Installation via Konsole viel praktischer.
Bin halt nicht sicher, ob dies auch ein erhöhtes Risiko bedeutet, oder on es von Nachteil ist, permanent VPN mitlaufen zu lassen. Ein Port-Check hat ergeben, dass alles zu ist, also keine Schlupflöcher da seien.

Danke im Voraus für Informationen.

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marce
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Re: VPN sinnvoll bei Linux?

Beitrag von marce » 7. Mär 2019, 06:50

Die Frage ist eigentlich nur: Was erwartest Du Dir von der Nutzung eines VPN?

Abgesehen davon -
Ich möchte keine Grundsatzdiskussionen über Sicherheit im Netz, aber Meinungen und Erfahrungen von anderen Nutzern interessieren mich schon sehr
beißt sich da irgendwie.

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cerberos
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Re: VPN sinnvoll bei Linux?

Beitrag von cerberos » 7. Mär 2019, 13:51

Hallo marce,

klar, der Satz beißt sich schon etwas, ich wollte nur Meinungen anderer Nutzer hier hören, was Sinn und Zweck sowie Nutzen eines VPN ist. Ich selbst nutze es ja, erwarte eine gewisse Anonymität im Internet, nicht jeder muss gleich meine IP oder meine Wege im Netz zurückverfolgen können. Mir geht es nicht darum einhundert Prozent unerkannt zu surfen, oder vielleicht noch mit Tor unterwegs zu sein. Es reicht mir die Vorstellung, dass meine Wege im Netz etwas mehr verschleiert werden.

Mit Grundsatzdiskussion meinte ich das ganze Gedöns mit "dann nutze Tor, kauf dir was ordentliches, auf welchen Seiten treibst du dich rum" usw. Es geht mir auch nicht um bestimmte Seiten, ich möchte einfach nur nicht von jedem Foren-Troll nachvollziehbar meine IP oder gar meinen genauen Standort angesagt bekommen :)
Vllt. gibt es für den User auch Möglichkeiten, dass man auch mit VPN jemanden ohnen großen Aufwwand ausfindig machen kann, das aber würde mich dann verwundern. Sicherheit ist auch ein Thema, klar.

Vielleicht hast du ja eine Antwort für mich, oder eine Erfahrung, die du mit mir teilst. Oder ein anderer hier.

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Re: VPN sinnvoll bei Linux?

Beitrag von marce » 7. Mär 2019, 14:14

Die IP ist eigentlich, wenn man es "ernsthaft" betreibt der unwichtigste Faktor, um Dich im Netz eindeutig zu identifizieren.

Ein VPN wäre aber, solange Du dabei nicht sicherstellen kannst, daß Du jedesmal einen anderen Ausgangsserver verwendest (sprich TOR nachbaust / simulierst) sogar eher nachteilig für die Anonymität im Netz.

Zudem musst Du natürlich dem VPN-Anbieter bedingungslos vertrauen - sogar fast mehr als Deinem "normalen" Internetanbieter.

Vorteile von VPN sehe ich eher in dem Bereich, daß man zumindest für den Weg bis zum Exit-Node die Verschlüsselung garantieren kann, wenn man es selbst betreibt - sonst siehe oben. Evtl. relevant für Nutzer offener, unverschlüsselter WLANs - und wenn man Services nutzen muss, die von sich aus keine Verschlüsselung bieten.

Alles weitere an pot. Benefits sehe ich für mich nicht als relevant - das mag für andere anders sein.

Die Nachteile (Latenzen, Komplexitätserweiterungen, ...), solange nicht VPN "zwingend" nötig in der Verwendung (z.B. für "Anti-Geolocate") überwiegen für mich.

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Re: VPN sinnvoll bei Linux?

Beitrag von cerberos » 7. Mär 2019, 17:59

Hi marce,

Danke für die ausführliche Antwort. Habe vorhin Windscribe VPN wieder entfernt, auch die App aus dem FF.
VPN ist für mich dann nutzlos, oder nicht notwendig.

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Re: VPN sinnvoll bei Linux?

Beitrag von Jägerschlürfer » 8. Mär 2019, 09:25

Ich nutze einen VPN eigentlich nur, wenn ich mal in einem öffentlichen WLAN bin.
Und da dann mein eigenes VPN zu mir nach Hause und dann über meine Internetanbindung daheim.

Mir gehts es hier auch nicht darum anonym zu sein, oder irgend etwas verbergen zu wollen, ich will einfach nur komplett ausschließen, dass von den Betreibern der öffentlichen WLANs nichts mitgeloggt werden kann usw.
>Linux-Club Foren FAQ< >LC-Wiki<

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Re: VPN sinnvoll bei Linux?

Beitrag von cerberos » 8. Mär 2019, 11:41

Für deine Rückmeldung auch danke. W-Lan nutze ich nicht, zu Hause nur Lankabel am PC, unterwegs bin ich vllt. einmal pro Jahr online, über die SIM des Telefonanbieters; nie über W-Lan.
Also muss ich mir keine Sorgen machen :)

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/dev/null
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Re: VPN sinnvoll bei Linux?

Beitrag von /dev/null » 8. Mär 2019, 20:46

Hi,

also auch von mir meine Meinung.
Das "VPN an sich" ist schon eine sehr sinnvolle und nützliche Einrichtung. Je nachdem, wofür und wie man es nutzt.

Keinen Sinn macht die Nutzung eines VPN, wenn man sich "im Internet verbergen will". In diesem Fall muss man einen öffentlichen oder kommerziellen VPN-Anbieter nutzen - welchem man vertrauen muss. Und je nachdem, wie wichtig die Ermittlung der IP oder auch der Anschrift einer bestimmten Person ist (bei Straftaten wie KiPo oder Terrorismus u.a.), wird es mit etwas Aufwand auch immer möglich sein, diese festzustellen. Und in diesem speziellen Fall finde ich das auch gut und richtig!

Etwas Sinn kann ein VPN machen, wenn es "gute Gründe" gibt, mal mit einer bspw. ausländischen IP einen bestimmten Dienst aufzusuchen. Bspw. zur Umgehung des (IMHO sinnfreien) Geoblockings o.ä. Allerdings haben diese mit Geoblocking arbeitenden Anbieter auch gelernt, und lassen sich immer seltener mit einer "gefaketen" IP austricksen. Ich selbst habe mir vor langer Zeit, als unser dt. Anbieter ***.de für deutsche Nutzer nur ein veraltetes POP3-Mailkonto als "Kostnix-Konto" bereitgestellt hat und wer mehr wollte, einen kostenpflichtigen Pro-Account nehmen musste. Mit einer "ausländischen" IP konnte ich mir allerdings bei ***.com sofort einen kostenlosen IMAP-Account holen - und dann auch mit meiner dt. IP jahrelang problemlos nutzen.

Viel Sinn machen aber VPN zwischen verschiedenen Clients und VPN-Endpunkten wie Routern u.ä.
So ist es heutzutage allgemein üblich, dass Mitarbeiter von Firmen von außerhalb (Homeoffice, auf Reisen usw.) per VPN über einen recht ordentlich verschlüsselten Tunnel ins Intranet der Firma kommen. Oder dass Firmen diverse auseinanderliegende Standorte per VPN miteinander verbinden. Hier geht es aber immer um den verschlüsselten Tunnel und nicht etwa um eine Verschleierung der IP.

Ich selbst nutze VPN sehr umfangreich.
Meine beiden Schlau-Fernsprechapparate buchen sich, sobald sie das heimische WLAN verlassen, automatisch via Mobilfunk und VPN bei mir zu Hause ein. Ich bemerke das gar nicht, und bin dann auch mit meiner "Festnetz"-Rufnummer erreichbar und kann diese auch abgehend nutzen.
Zwischen meinem eigenen Netz und dem Netz meines Sohnes läuft ein dauerhaftes VPN. Sinn dahinter: Backup (ganz wichtiger Daten) auf dem jeweils außerhäusigen NAS, gemeinsame Nutzung diverser Spielsachen wie den Pi-hole oder Kalender- und Adressbuchserver, usw. Ein gleiches VPN läuft ebenfalls dauerhaft zu einem Freund in einem nördlich gelegenen Land. Und zu den Leuten, welche ich ab und an mal als "Admin" helfe, habe ich ebenfalls einen VPN-Zugang in ihr Netz.

Fazit:
Es kommt also immer darauf an, wozu man etwas haben will. Erst muss ein Bedarf erkannt und definiert werden, und dann soll man sich Gedanken über die Deckung dieses Bedarfs machen.

Vielleicht zum Schluss noch ein Hinweis.
Mein gesamtes, nun hinter mir liegendes :p Arbeitsleben habe ich mich darum gekümmert, IT-Netze sicher zu machen und Mitleser sicher auszusperren. Nun als IT-Rentner sorge ich dafür, dass es in unserer Stadt freies WLAN für jedermann gibt. Stichwort: "Freifunk". Diese in Deutschland immer mehr werdenden WLAN-Netze sind (wie auch die diversen kommerziellen Hotspots!) grundsätzlich nicht mit einem Passwort geschützt und somit unverschlüsselt!!! Wenn also jemand derartige Netze nutzt, dann sollte er dieses immer im Hinterkopf behalten - und besser ein VPN nach Hause nutzen.


MfG Peter
openSuSE Tumbleweed, Kernel 4.20.x.-desktop x86_64, KDE, Thunderbird 60.4.x
PC: Intel ® Core ™ i5- 2500, NB: TUXEDO Intel ® Core ™ i5- 4340M
S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
Schau hier: http://www.thunderbird-mail.de

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Re: VPN sinnvoll bei Linux?

Beitrag von gehrke » 9. Mär 2019, 09:33

/dev/null hat geschrieben:
8. Mär 2019, 20:46
Nun als IT-Rentner sorge ich dafür, dass es in unserer Stadt freies WLAN für jedermann gibt. Stichwort: "Freifunk".
Chapeau, Kollege!

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Re: VPN sinnvoll bei Linux?

Beitrag von spoensche » 9. Mär 2019, 13:35

gehrke hat geschrieben:
9. Mär 2019, 09:33
/dev/null hat geschrieben:
8. Mär 2019, 20:46
Nun als IT-Rentner sorge ich dafür, dass es in unserer Stadt freies WLAN für jedermann gibt. Stichwort: "Freifunk".
Chapeau, Kollege!
Rentenzeit und Wissen erfolgreich kombinieren. Gefällt mir.

Privat nutze ich ein VPN für die Site To Site Verbindung zu meinem Server.

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Re: VPN sinnvoll bei Linux?

Beitrag von cerberos » 10. Mär 2019, 14:14

Hallo Peter (und auch die anderen Schreiber zuvor),

Danke für die ausführliche und auch interessante (für mich) Ausführungen. Das sagt mir, dass ich VPN nicht brauche, und auch besser die Finger weglasse, da mir auch dazu das Grundwissen fehlt.

Wie oben beschrieben: Kein W-Lan, kein Mobiltelefon online, kein Internet unterwegs oder auf dem schlauen Telefon. Da bin ich doch ein wohl sicherer Kandidat :)

Noch einen schönen und sonnigen Sonntagnachmittag an alle.

marce
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Re: VPN sinnvoll bei Linux?

Beitrag von marce » 14. Mär 2019, 11:07

Hm, da hat wohl jemand diesen Thread hier gefunden und einen Artikel daraus gemacht :-)

https://www.golem.de/news/verschluessel ... 39973.html

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Re: VPN sinnvoll bei Linux?

Beitrag von cerberos » 14. Mär 2019, 13:24

marce - ich habe nichts getan :D

Danke für den Link, habe es mal gelesen und bei den Kommentaren auch geschmunzelt. Schlecht an sich finde ich diesen Artikel nicht, ganz falsch liegt der Autor damit wohl auch nicht. Ich habe bei mir VPN entsorgt, ansonsten:
Jeder für sich sollte das entscheiden.

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Re: VPN sinnvoll bei Linux?

Beitrag von /dev/null » 14. Mär 2019, 18:05

@marce:

Also, wenn ich meinen Beitrag und den von golem vergleiche, dann sehe ich eine gewisse Übereinstimmung unserer Ansichten. :p


MfG Peter
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Schau hier: http://www.thunderbird-mail.de

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