Vergleich Linux und Windows

Aus Linupedia
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Linux vs. Windows

Beitrag von na-cx


kurze Vorbemerkung

Dies ist der Versuch, eine halbwegs objektive und neutrale Übersicht zu geben. Allerdings muss jedem klar sein, dass dieser Versuch immer nur halbwegs gelingen kann, da einfach zu viele subjektive Einflüsse wie Gewohnheit, Geschmack und ähnliches einfliessen.

Ist Linux oder Windows besser?

Bevor man das klären kann, muss der Einsatzzweck bekannt sein.
Einige werden das hier nicht alles verstehen. Auch werden wohl einige mit diversen Begriffen nichts anfangen können. Das ist nicht weiter schlimm. Wer das bis zum Ende liest, wird wissen, was zu tun ist - egal welches Betriebssystem er einsetzt!

Zuerst einige generelle Anmerkungen. Diese gelten für den Computer im Allgemeinen und für den PC im speziellen. Jeder PC kann nur das leisten, was der Anwender verlangt und wozu dieser in der Lage ist.


Windows

Auch wenn es diverse Versionen von Windows gibt, gehe ich hier näher auf das momentan aktuelle Windows XP Home / Professional inkl. SP2 ein; im folgenden einfach Windows genannt.
Oberflächlich gesehen ist Windows für einen Anwender besser geeignet. Es ist einfach zu installieren, einfach per Maus zu bedienen. Seit Windows XP gibt es scheinbar eine immer verfügbare Hilfe: den Hilfeassistenten. Genauer betrachtet ist Windows aber sehr anspruchsvoll. Die Administration eines solchen Systems erfordert einiges an Wissen. Nach der Installation eines frischen Windows gibt es noch einiges zu tun. Als erstes sollte man beispielsweise die laufenden Dienste konfigurieren. Auch gibt es viele Standardeinstellungen von Windows, die einfach nicht benutzerfreundlich sind. So sollte man sich um die Firewall seit XP SP2 kümmern. Sie bietet leider nur einen rudimentären Schutz, der leicht ausgehebelt werden kann. Dieses kann mit Firewalls von Drittanbietern nicht so leicht passieren, da diese nicht Bestandteil des eigentlichen Systems sind. Aus demselben Grund sollte man so viele sicherheitsrelevanten Programme von Drittanbietern einsetzen. Dies schliesst bei Computern mit Internetzugang auch die Firewall, Antivirensoftwar, Internetbrowser und E-Mail-Programm ein.

Weiter geht es mit der Registry. Dort ist noch einiges nachzuarbeiten. Darin werden wichtige Einstellungen vom System vorgenommen. Viele dieser Einstellungen sind so eingestellt, das man möglichst viele und teilweise unnötige Bedürfnisse abdeckt. Beispielsweise kann hier der Autostart des CD- Laufwerkes eingestellt werden. Die Dateien der Festplatten werden per Standardeinstellung sehr oft aktualisiert. Dieses drückt unnötigerweise die Systemleistung im laufenden Betrieb. Um aber einen schnellen Dateizugriff zu bekommen, sollte der Index möglichst aktuell sein. Hier ist dringend Nacharbeit angesagt.

Wer ein stabiles und schnelles System haben möchte, sollte sich auch über das Aussehen von Windows Gedanken machen. Das System wird um einiges schneller, wenn man optische Funktionen ausstellt. Die Systemstabilität wird durch Anwendersoftware ebenfalls beeinträchtigt. Neben dem Internet-Explorer und Outlook Express hat auch noch andere Software unnötigen Zugriff auf das System. Allen voran diverse Programme aus dem Hause Microsoft. Bei den meisten dürfte die MS- Office-Suite installiert sein. Problematisch war dies zum Beispiel bei dem "I-Love-You"- Virus. Dieser wurde in Visual-Basic programmiert. Teile dieser Sprache sind in Microsoft Office enthalten, genauer werden fast alle Macros damit programmiert. Ein Drittanbieterprogramm, wie OpenOffice.org oder StarOffice von Sun können da Abhilfe schaffen.

Im Prinzip sind alle Programme für einen sauberen Betrieb gefährlich, die zumindest auf die Datei kernel32.dll von Windows zugreifen. Beispiele hierfür sind: Internet Explorer, Outlook (Express), über VB die gesamte Microsoft Office Suite, die XP-Firewall, ... Das betrifft nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Stabilität im Allgemeinen. Wenn eine Software keinen direkten Zugriff auf das Windows-Basissystem hat, kann sie auch keinen Absturz des ganzen Systems hervorrufen.

Wer schon länger mit dem PC arbeitet, kennt die Notwendigkeit einer Datensicherung. Das Verzeichnis mit den eigenen Dateien ist schnell auf CD gebrannt. Bei den Benutzereinstellungen ist das schon schwieriger, noch komplizierter ist die Sicherung des ganzen Systems. Trotz einer Garantie von 2 oder mehr Jahren kann eine Festplatte auch schon früher ihren Dienst versagen. Um Windows komplett zu sichern sind wieder kommerzielle Produkte gefragt. Die windowseigenen Sicherungsprogramme sind für einen solchen Fall nicht gedacht und nicht geeignet.

Linux

Bei Linux sieht eine generelle Aussage schwierieger aus. Es gibt sehr viele verschiedene Distributionen, welche für die unterschiedlichsten Zwecke konzipiert sind. Für eine Vergleichsbasis könnte man die Linuxdistributionen SuSE, RedHat, Fedora Core oder Mandrake nehmen. Hier passt wohl am ehesten SuSE. Hier wird näher auf SuSE Linux 9.2 Professional Version eingegangen, folgend Linux genannt.

Eine Installation ist, oberflächlich betrachtet, sogar einfacher als bei Windows, denn hier wird neben diverser, vorher auszuwählender Anwendersoftware auch noch die Hardware konfiguriert. Selbst Internetzugang und Firewall werden konfiguriert. Theoretisch ist das System nun komplett einsatzbereit, da sonst keine weitere Software benötigt wird. Office-Suite, Brennprogramm, Multimediatools, Internetprogramme, E-Mail-Programme, Antivirensoftware und so weiter sind schon vorhanden, selbst in der Minimalinstallation. Nur die Startseite beim Internetbrowser und das E-Mailprogramm müssen noch konfiguriert werden. Solch eine Installation dauert zwischen 30 und 180 Minuten,je nach Geschwindigkeit des Rechners und nach Anzahl der zu installierenden Pakete.

Praktisch ist man aber noch nicht fertig: -Um eine 3D Unterstützung zu bekommen, müssen die Grafikkartentreiber noch nachträglich installiert und konfiguriert werden werden. -Zur Optimierung des Systems müssen unter Umständen noch weitere Treiber installiert werden. -Bei SuSE werden ebenfalls einige Dienste gestartet, welche man nicht benötigt. -Die Firewall kann auch ein Feintuning vertragen. -Wer Lust hat, kann sich auch noch eine Antivirensoftware konfigurieren. -Die grobe Grundkonfiguration eines oder mehrerer Spam- und Virenfilter erfolgt mit ein paar Mausklicks.

Aber auch ohne ist Linux bestens geschützt, da die für Windows gefährlichen Viren auf Linux nicht ohne weiteres laufen (dazu müsste man ein Programm namens Wine nutzen).

Unterschiede und Parallelen

Was die beiden Systeme deutlich unterscheidet, ist die jeweilige Philosophie. Während Windows versucht, dem Benutzer sehr viel an "Arbeit abzunehmen", liegt der Schwerpunkt bei Linux auf der Systemsicherheit. Leider verhalten sich Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit oft umgekehrt proportional zueinander. Soll heissen, je benutzerfreundlicher ein System ist, um so unsicherer wird es oft.

So birgt das automatische Starten von CDs unter Windows erhebliche Gefahren. So könnte durchaus ein Virus automatisch installiert werden. Viele Benutzer von Linux empfinden es aber als lästig, eine CD per Befehl zu starten. Die E-Mails sehen in HTML-Form unter Windows schön aus, können aber ebenfalls einen Virus enthalten. Oder aber die vermeintliche E-Mail ist in Warheit ein Bild. Und im Hintergrund ist ein Code zu irgendeiner Website abgelegt. Sowas erkennt man unter Linux sofort - indem man gar nichts richtig lesen kann.

Dieses waren nur ein paar grobe Unterschiede zwischen Linux und Windows. Die Anforderungen an den User sind aber bei beiden gleich.

Ein heutiges PC-System bedarf immer einiger Wartung. Dieses fängt bei den Softwareupdates an, unabhängig davon, ob man Windows oder Linux einsetzt. Auch Sicherheitspatches muss der User bei beiden Systemen einspielen. Auch laufen bei beiden Systemen nach einer Standardinstallation häufig Dienste, die der User gar nicht benötigt.

Um nun das jeweilige System ideal und sicher anzupassen, benötigt der User Wissen. Dieses gelangt nicht automatisch mit der Installation zum User. Man muss viel lesen. Es sind im Regelfall mehrere tausend Seiten. Wer nun nach einer Software sucht, mit der er sein System nun optimal einstellen kann, sei empfohlen, sich die Windows-Registry komplett abzuspeichern und in Word anzusehen. Es kommen dabei teilweise mehrere 10.000 DIN A4 Seiten heraus. Für einen Programmierer ist es also schier unmöglich, eine Software zu entwickeln, mit der man alles einstellen könnte.


Vorteile die für Windows sprechen

  • Software lässt sich einfach nachinstallieren
  • Es gibt sehr viele Hardwaretreiber
  • Spiele laufen besser (zählt eigentlich nicht, da sie ja eh für Windows programmiert wurden)
  • Benutzung als Desktopsystem für Firmen (CAD, Buchhaltung, ...)

Nachteile von Windows

  • Anfälligkeit für totale Systemabstürze (durch Absturz einer Einzelanwendung mit direktem Zugriff auf kernel32.dll)
  • Man kann nicht auf alles einen Einfluss nehmen
  • Sehr hohe Kosten für Zusatzsoftware
  • Schlechte Systemsicherungsmöglichkeit (oder teuer!)
  • Es kann nicht überprüft werden, welche Software welche Informationen an das Internet sendet (Datenschutz)


Vorteile, die für Linux sprechen

  • Sehr viel kann nach Bedürfnissen des Benutzers angepasst und eingestellt werden
  • Fast jede Software ist kostenlos verfügbar
  • Sehr gute und effiziente Möglichkeiten zur (Teil-) Systemsicherung
  • Es kann überprüft werden, welche Software überhaupt einen Internetzugriff bekommen darf


Nachteile von Linux

  • Hardwaretreiber: Oftmals keine oder nur schlechte Unterstützung durch den Hersteller
  • Windowshardware funktioniert nicht (WinTV, Win..., einige GDI-Drucker -> z.B. Canon, Lexmark, ... (ausprobieren / ansonsten Treiber kostenpflichtig vom Drittanbieter)
  • Teilweise laufen einige (exotische!) Programme unter der einen Linux-Distribution nicht. Dieses Problem wird mittlerweile immer seltener und taucht eigentlich nur noch bei sehr exotischer Software auf.
  • Für einige User ist es ungewohnt, das man sich teilweise die Software erst noch bauen muss.


Was sollte man also wofür einsetzen?

Die Frage, was nun besser ist, kann hier nicht beantwortet werden. Diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen. Oftmals wird Linux allerdings abgelehnt, weil es "zu kompliziert" sei. Meist ist es aber einfach die Gewohnheit, die den Umstieg blockiert.

Jedes System hat also seine Vor- und Nachteile. Es liegt im Endeffekt an den Fähigkeiten des einzelnen und an der Bereitschaft, etwas dazuzulernen sowie sich mit dem System zu beschäftigen. Deshalb wird man sich nie auf ein einzelnes System einigen können.

Da man bei Linux aber sehr viel am System selbst einstellen kann, muss man auch viel lesen. Die Einstellmöglichkeiten werden von einigen als Vorteil bezeichnet. Von vielen aber als Nachteil angeprangert. Wohl deshalb werden Linux-User auch als Freaks bezeichnet.


Für wen ist Linux was?

Für den PC-Einsteiger, den Fortgeschrittenen und für den Profi ist es unerlässlich! Für Eltern, die ihre Kinder mit dem PC vertraut machen wollen. Wer aber mit Linux arbeitet, wird ganz schnell vom Einsteiger zum Fortgeschrittenen. Die Grenzen zum Profi sind fliessend.


Welche Hardware benötigt Linux?

Am Besten läuft Linux auf etwas älterer Hardware. Wie schon erwähnt, unterstützen noch nicht alle Hersteller Linux. Dieser Trend kehrt sich allerdings, wenn auch sehr langsam, um. Leider kommt es immer wieder vor, das Hardware auch gar nicht unterstützt wird.

Man kann auch bei einigen Händlern nachsehen, welche Hardware unterstützt wird. Teilweise stehen auf den Internetseiten auch Informationen, wie man die Treiber für ein spezielles Gerät installiert.

Hier die wichtigsten Links:

( Meinung Autor diesen Beitrages)


Windows


Linux



Schlußbemerkung

Wer das durchgelesen hat, hat nicht mehr das Bedürfnis danach, zu fragen, welches System besser ist.

Ich kann Linux-Anfängern nur davon abraten, auf Bücher zu verzichten. Auch einschlägige Internetforen sollten regelmässig besucht werden, da man hier sehr kurzfristig neue Informationen bekommt und auch Hilfe für fast jedes Problem.

Es gibt aber auch sehr viel gute Literatur für Linux. Und wenn man es nur dazu nutzt, mit dem PC wieder ins Internet zu kommen, um sich in einem Forum wie diesem helfen zu lassen.

Wer gehofft hat, hier nun Endgültig zu erfahren welches Betriebssystem besser ist, ist sicher enttäuscht. Es gibt nunmal Dinge, da gibt es kein besser oder schlechter. Dann zählt, was für einen persönlich die bessere Wahl ist.


Hinweis: Zum Zeitpunkt des Übertrages dieses Artikels lagen noch weiter Artikel und Beiträge zu diesen und ähnlichen Themen vor. Es wurde darauf verzichtet sie hier anzuhängen oder einzubauen. Auch weitere Links zum Thema wurden bewusst nicht eingefügt. Der versöhnliche Schlussatz von na-cx darf hier das Ende bilden.


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